Wenn Sie als Führungskraft im Supply Chain Management wissen, was integrierte Unternehmensplanung (IBP) ist, und glauben, dass Sie IBP bereits umsetzen, aber das Gefühl haben, dass Ihre Planung unzureichend oder unvollständig ist, dann ist es vielleicht an der Zeit, Ihr Verständnis von IBP zu überprüfen. Sie haben richtig gelesen.
Es geht das Gerücht um, dass IBP lediglich ein anderer Name für Sales und Operations Planung oder S&OP ist. Doch wir sind hier, um diesen Mythos als falschen Zauber zu entlarven.
Worin besteht also der Unterschied?
Der Schwerpunkt von S&OP liegt auf der Bereitschaft einer Organisation zu liefern, selbst wenn die tatsächliche Nachfrage ganz anders ausfällt als ursprünglich geplant, und dabei wichtige Stakeholder aus Vertrieb, Marketing und Supply Chain Management einzubeziehen. IBP geht noch einen Schritt weiter, über S&OP hinaus. Es optimiert das Verfahren, indem es das Finanzwesen in jeder Phase des Planungsprozesses ebenfalls mit einbezieht – nicht nur zu Beginn oder am Ende. So kann Ihr Finanzteam beim Umgang mit geschäftlichen Veränderungen seine reaktive Rolle ablegen und proaktiv handeln.
Doch hat die Sache einen Haken: Selbst mit allen wichtigen Stakeholdern am Tisch sind Ihre IBP-Bemühungen zum Scheitern verurteilt, wenn sich Ihre Organisation noch immer auf veraltete Hilfsmittel wie Kalkulationstabellen und isolierte Systeme verlässt. Warum? Weil Ihre Planungsbemühungen dann nicht lückenlos vernetzt sind ...
Das wahre Problem von Silos
Viele Organisationen haben damit zu kämpfen, dass Daten zwischen Teams und Unternehmensfunktionen voneinander getrennt verwaltet sind. Die mangelnde Integration von Daten sorgt für Spannungen zwischen Abteilungen, da jedes Team seine Entscheidungen auf Analysen stützt, die auf seinen Daten basieren. So betrachten Marketing, Vertrieb, F&E und Produktteams die Gesamtsituation alle aus einem unterschiedlichen Blickwinkel, was zu einem verzerrten Verständnis führt und die Entscheidungsfindung behindert. Zu viel Zeit wird damit verschwendet, eine Einigung zu erzielen. Und selbst, wenn dies gelingt, ist die Entscheidung nicht fundiert, wenn Tools fehlen, die Zugang zu einer zentralen Quelle der Wahrheit (Single Source of Truth) schaffen.
Das Problem ist dabei nicht, dass unterschiedliche Funktionen unterschiedliche Ziele haben, sondern, dass sie unterschiedliche Prioritäten, unterschiedliche Prozesse und ein unterschiedliches Verständnis haben. Bei korrekter Umsetzung jedoch stattet IBP Sie mit den notwendigen Instrumenten aus, um Streitigkeiten über die Auslegung von Daten in produktive Möglichkeiten zur Entscheidungsfindung zu überführen.
Die zentrale Rolle des Finanzwesens in der integrierten Unternehmensplanung (IBP)
Eine der wichtigsten Veränderungen, die IBP bringt, betrifft die Rolle des Finanzteams. Bei der traditionellen Planung wird das Finanzwesen nicht in jeder Phase des Planungszyklus einbezogen und kann oft erst im Nachhinein auf Änderungen reagieren.
Bei IBP hingegen ist das Finanzwesen Teil des gesamten Prozesses und befähigt Ihre Organisation dazu, neuen geschäftlichen Herausforderungen in Echtzeit zu begegnen. Indem Sie also eine transparente Beziehung zwischen Ihrem Finanzwesen und anderen Unternehmensfunktionen aufbauen, verringern Sie das Risiko, dass Ihre Organisation von neuen Umständen überrascht wird. Noch dazu vermitteln Sie allen Stakeholdern das Gefühl, an strategischen Entscheidungen mitwirken zu können.
Der Unterschied zu IBP besteht aber nicht nur in den Stakeholdern. Auch der Zeitrahmen für die Planung ist anders.
Kurz- und langfristige Planung
Traditionell generiert man Pläne zu Beginn des Planungszyklus und um Abweichungen kümmert man sich ganz am Ende. IBP kombiniert kurzfristige, taktische S&OP mit langfristiger, strategischer Planung und setzt für Entscheidungen zum Thema Lebenszyklusmanagement und Produktportfolio einen Zeitrahmen von drei bis fünf Jahren an. Sie umfasst einen Abstimmungsprozess, der schon im Laufe der Planungszyklen – nicht nur zu Beginn oder ganz am Ende – sicherstellt, dass alle Funktionen aufeinander abgestimmt sind.
IBP verkleinert nicht nur den Zeitrahmen für die Erstellung des Plans. Sie ermöglicht es auch allen Stakeholdern, das ganze Jahr über zu prüfen, ob ihre Performance dem Plan entspricht, und sie bei Bedarf anzupassen. Das Ergebnis: keine bösen Überraschungen oder dramatischen Kehrwenden mehr.
Die unbestreitbare Macht von IBP
Eine über fünf Jahre angelegte Datenstudie von McKinsey, an der mehr als 170 Unternehmen teilnahmen, bewies, dass eine ausgereift integrierte Unternehmensplanung Prozesse in Organisationen jeder Art verbessert.
Die Studie belegte, dass eine ausgefeilte IBP erhebliche Verbesserungen herbeiführen kann. Organisationen mit gut funktionierender IBP verzeichneten ein höheres EBITDA (1–2 %P), höhere Service Levels (5–20 %P), geringere Frachtkosten (10–15 %), eine geringere Intensität des Umlaufvermögens und einen Rückgang der Vertragsstrafen wegen Lieferverzug (40–50 %).
Beseitigung von Planungshürden und -blockaden
Globale Unternehmen sind von Natur aus komplex und bieten zahlreiche Gelegenheiten für die Entstehung von Hürden und Silos. Richtig umgesetzt ist IBP in der Lage, diese Hindernisse zu beseitigen und die Geschäftsergebnisse zu verbessern.
Indem sie Planungszyklen verkürzt, die Genauigkeit Ihrer Prognosen erhöht und ein transparentes Umfeld fördert, das auf Zusammenarbeit setzt, stellt IBP sicher, dass Ihr Unternehmen agil, widerstandsfähig und ausreichend vorbereitet ist, um auf interne und externe Veränderungen zu reagieren.
Der Erfolg Ihrer IBP-Strategie steht und fällt jedoch mit dem Tool, das Sie nutzen. Wenn Sie mit Ihrem derzeitigen System scheitern, ist es an der Zeit, über eine fortschrittliche Connected Planning-Lösung nachzudenken – eine, die Ihren Planungsprozess so transformieren kann, dass er sich durch optimal ausgerichtete, präzise und umsetzbare Erkenntnisse definiert, nicht durch störende Datensilos.
Nutzen Sie das volle Potenzial von IBP, indem Sie sich die Tools an die Hand holen, die Sie brauchen, um Ihr Unternehmen agiler zu gestalten und es besser auf die Zukunft vorzubereiten – egal, was diese bringen mag.